Montag, 12. Oktober 2015

Ole Hübner: "Die Irrfahrten des Odysseus"

Musiktheater als 'Irrfahrt'

Kurzweilige 90 Minuten dauert die Produktion "Die Irrfahrten des Odysseus" zwischen Klamauk, Improvisation, Tanz, Sprechtheater und musischen Inseln. Ole Hübner komponierte die Musik zu der Kooperation der Deutschen Oper (Tischlerei) und  dem Jugendtheater an der Parkaue. Es wird gezeigt wie Theater bzw. Oper oder eben auch Musiktheater gemacht wird. Die Requisiten liegen auf der Bühne, die Musiker spielen auf einer Insel, die Multimedia auf einer anderen, nichts wird versteckt. Der Odysseus ist austauschbar. Drei Schauspieler sind zur Hand und auch eine Stimmperfomerin kann ad hoc einspringen, um den Odysseus und alle anderen Charaktere des antiken Epos zu geben. Das ganze fängt mit der Vorstellung der Beteiligten an, ohne dabei sich allzu ernst mit der Realität der Mitwirkenden aufzuhalten und sofort ein schillerndes Netz zu spinnen aus Tatsachen und frei erfundenen Fakten: Die Götter des Olymp beauftragen diese Sterblichen mit der Produktion der Irrfahrten. Natürlich muß es billig sein, da Griechenland gerade in der Krise steckt.


Der Fokus liegt meist auf dem gesprochenen Text und visuellen Medien. Die Musik ist meist untermalend, illustrierend. Insofern ist das ganze eher Theater mit Musik als ein Musiktheater. Souverän bricht der Komponist mit Genres, Stilen und Epochen. Vieles wird improvisiert und sequenziert. Manche Zitate sind subtil und geistreich, vielleicht für Kinder ab 10 Jahren nicht auf Anhieb verständlich, aber durchaus vermittelbar. Lady Gaga und die Tatortmusik leicht indentifizierbar in den Ablauf integriert. Die Machart bzw. das Baukastenartige des Ganzen entspricht der Produktion: Die Musik muss wie der Text flexibel sein; die Werkstatt, das Work-in-Progress als Anschauungsform und Erfahrung. So ist das Finale verhandelbar: Ein neues Ende wird konstruiert, ein gutes Ende, ein Happy End, eben ein Opern-Cartoon-Finale.



Alles in Allem empfehlenswert. Hingehen, angucken, lachen!

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