Samstag, 14. Juni 2014

Kommentar zum Berliner CSD 2014

Liebe Brüder und Schwestern, Neutra und Undefinierte!
Liebe Liebenden, Nichtliebenden, Ungeliebten und Andere!


Die Devise lautet: Ficken für mehr Rechte und Freiheit!

Werft die Kleinstaaterei über Bord! Wir brauchen nicht die vielen kleinen Könige und Königinnen, die in provinzieller Egomanie nur sich selbst inszenieren wollen. Was wir brauchen, ist eine kosmopolitische Bewegung. 
Denn der CSD mit all seinen weiteren Veranstaltungen, die daran im Juni angeschlossen sind, ist das wichtigste politische Ereignis des gesamten Jahres in der Hauptstadt, das eben nicht einfach nur ein schwuler Karneval ist! Hier geht es um die sexuelle Befreiung für alle Menschen und was oft dabei nicht mitgedacht wird: Demokratie, Religionsfreiheit, Menschenrechte und ein besseres Leben für alle. Begriffe wie Szene, Community oder Minorität(en) treffen die Dimensionen dieses Ereignisses nicht, da es um gesamtgesellschaftliche Belange geht. 
Und auch das Friedrichsche: „Jeder nach seiner Façon!“ meint nur ein Privates, Verstecktes, Kleinbürgerliches und die öffentlichen Angelegenheiten des Staates nicht Behinderndes. Darüber müssen wir hinausdenken: der Öffenliche Raum, die Öffenlichkeit und der Staat sollen eben nicht unterdrücken, diese sind keine starren, inhumanen Gegebenheiten, sondern menschengemachte Gebilde und damit veränderbar. 
Denn wer darf über Deinen Schwanz, Arsch oder Muschi, also Deinen Körper entscheiden? Das solltest Du sein und sonst niemand!
So wie es dieses Jahr aussieht, wird es wieder mindestens zwei Paraden in Berlin geben. Das ist eine traurige Botschaft: Denn hier wird nur ein Zeichen dafür gesetzt, dass sich das alte „Teile und herrsche!“ wieder mal bestätigt.
Wir kämpfen nicht nur für uns selbst, sondern für Ideale, die über den Einzelnen hinaus gehen. Warum finden wir dann nicht die Kraft und Stärke über Meinungsverschiedenheiten, Überzeugungen und Anschauungen hinwegzusehen und vereint eine politische Strahlkraft zu entfalten, die ernstzunehmen ist?
Mensch, reißt Euch doch mal zusammen! Wofür habt ihr denn gekämpft, gearbeitet und studiert? Die Party ist vorbei! Legt doch mal für einen Moment die Anästhetika beiseite! Nehmt Euch die Zeit und bereitet Euch auf die eine Party vor, auf die es ankommt!


In diesem Sinne:
„Öffnet die Herzen! – Und herzt die Öffnungen!“


Stefan Lischewski

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