Mittwoch, 11. September 2013

Bartók Hartmann Schostakowitsch - Musik in der Krise (2)

Auf die Frage "Warum denn Musik in der Krise und nicht Musik aus der Krise?" möchte ich gerne antworten: Alle drei Werke wurden in Krisen geschrieben, persönliche als auch systemische, zwei davon wurden unter Krisenbedingungen uraufgeführt und verarbeiten direkt durch ihr Programm oder Subjekt Krisen. Gleichfalls soll der Titel auf den Sachverhalt deuten, wie Musik in der Krise entstehen kann und möglich ist, anstatt nur aus der Krise, was mehr ein Ende der Krise suggeriert bzw. ein Überwinden, ein Bewältigen derselben, dass ich aber offen halten möchte.

Doch zurück zum Konzert: 

Die Vier Orchesterstücke op. 12 von Bartók wurden wunderbar durch das RSB zu Gehör gebracht. Die verschiedenen impressionistischen bis expressionistischen Texturen, Effekte und Orchestrierungen kamen gut zur Geltung und überzeugten mich wieder von der Qualität der Stücke, die meist unterschätzt werden.

Das Concerto funebre von Hartmann wurde mit viel Gefühl durch Isabelle Faust und die Streicher des RSB vorgetragen. Dabei gelang es der Solistin mit intimen Ton und ausgewogener Virtuosität mit dem Orchester zu musizieren - eine durchsichtige, genaue und gelungene Aufführung, die dem Werk  gerecht wurde.

Schließlich die 13. Sinfonie op. 113 b-Moll "Babi Yar" von Schostakowitsch: Nach etwas diffusem Anfang konnte das Spiel des Orchesters fesseln. Günther Groissböck sang hervorragend die Solopartie. Der Chor sang sehr solide. Doch hätte eine Aufführung in Russisch dem Werk bestimmt besser getan und mehr Wirkung gezeigt.

Insgesamt kann dem ältesten Rundfunkorchester Deutschlands gratuliert werden zu diesem Abend. Es ist zu hoffen, dass noch viele derartig erfolgreiche Kooperationen folgen werden. Wünschenswert bleibt nur eine größere Begeisterung und mehr Mut für zeitgenössische Produktionen.

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