Montag, 17. Dezember 2012

Wir sind Teil der Welt

Heinz von Foerster in einem Interview:
Der Haltung des unbeteiligten Beschreibers steht die Haltung des Mitfühlenden und Beteiligten gegenüber, der sich selbst als Teil der Welt begreift und von der Prämisse ausgeht: Was immer ich tue, verändert die Welt! Ich bin die Welt, und die Welt ist ich!
Das, was wir Welt nennen, ist mit einem Mal nichts Feindliches mehr, sondern erscheint als ein Organ, als ein Teil des eigenen Körpers, der sich nicht abtrennen lässt. Dass All und das Selbst fallen zusammen. Man wird verantwortlich für seine Handlungen, man kann sich nicht mehr auf die Position des passiven Registrators zurückziehen, der ein starres und vermeintlich zeitloses Dasein beschreibt. Man wird sich bewusst, dass jede Aktion - ja schon das Heben eines Armes - ein neues Universum entstehen lässt, das es so noch nie gegeben hat. Wenn man das weiß - oder vielleicht besser: wenn man das spürt und fühlt - , dann existiert keine Statik mehr, sondern alles ist in eienem fortwährenden Wandel begriffen: jede Situation ist neu, nichts ewig. Nie ist es wieder so, wie es war.

aus: Pörksen "Gewissheit der Ungewissheit - Gespräche zum Konstruktivismus" Heidelberg 2002

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