Mittwoch, 28. November 2012

Clashing Harmonies?

Hier eine Facebook-Konversation zu einer musikwissenschaftlichen Studie aversion-to-clashing-harmonies
it seems to me, it is more a cultural or social question, how someone feels about clashing harmonies
Johannes Kreidler mein lehrer spahlinger pflegt folgende geschichte zu erzählen: auf den philippinen gibt es einen stamm, die bambusrohre immer an den jahresringen abschneiden und zu pfeifen zusammenbinden. da die rohre natürlich alle verschieden lang sind, kommt da ein dissonanter cluster dabei heraus. aber die philippinos sagen, dass sei göttliche musik, denn die proportionen der bambusrohre sind ja von der natur gemacht.
Stefan Lischewski gutes beispiel
Stefan Lischewski ähnliches lässt (oder ließ) sich auch in paganen Musikkulturen in Europa und Russland finden

Stephan Winkler @Stefan: Erklärungsversuche bzgl. der "Naturgegebenheit" ästhetischer Urteile gab es ja schon sonder Zahl... Esoterische, religiöse, (mehr oder weniger) naturwissenschaftliche...
Ich hielt ja für mittlerweile allgemein akzeptiert, was Du in Deiner Über
schrift schriebst; mir erscheint es jedenfalls selbstverständlich und unbestreitbar.
Andererseits ist es natürlich tröstlich für Menschen, die ihren Geschmack für so naturgegeben halten wie ihre Augenfarbe, also für etwas, das keiner weiteren Entwicklung bedarf, Zuspruch von Wissenschaftlern zu erhalten. Das befreit von andernfalls folgenden lästigen Erkenntnissen, wie der, das der Weg zur Fähigkeit zu differenzierten ästhetischen Urteilen mit gewissen Anstrengungen verbunden ist — inklusive der Bereitschaft sich mit zunächst Befremdlichem, ja sogar (harhar) "clashing harmonies" auseinanderzusetzen...

Stefan Lischewski Hier können wahrscheinlich auch Komponisten/Musiker/Wissenschaftler, die Kinder haben oder/und mit Kindern arbeiten ein wesentlich interessanteres Bild zeichnen, den wie es so schön heißt: "Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast!" Denn Zahlen/Daten sprechen nicht für sich selbst, sie werden immer interpretiert und in einem bestimmten Erwartungshorizont erzeugt.

Stephan Winkler Exactly.
Aber Komponisten (selbst solche die mit Kindern arbeiten) mögen für Max Mustermann einen blassen Abglanz des Flamboyanten bieten — mit dem sozialen Wert der Seriosität, wie sie erstaunlicherweise der Wissenschaftskontext noch immer bietet, kön
nen Komponisten nicht dienen.
Kurz: who gives a damn what composers find out... ;-)
Hat schon je wer gehört oder gelesen: "Amerikanische Komponisten haben herausgefunden..."? :-D
Gerne mehr Gedankenaustausch dazu!

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