Mittwoch, 5. September 2012

Kulturanthropologie des Medialen - ein Manifest

Kulturanthropologie des Medialen - sie bildet eine Grundlage für das neue Aufrollen von längst eingestaubten Themen unseres Alltags. Prof. Dr. Manfred Faßler beschreibt in seinem Manifest ein Arbeitsprogramm, dass sich inhaltlich auch auf unsere Thematik übertragen lässt. Als Musiker und Kulturanthropologe ist es daher eine Aufgabe die koevolutionäre Anthropologie nach Faßler auch auf Programme ästhetischer Akustik zu übertragen.

Aus dem Text:

"Entgegen dieser überholten disziplinären Teilung bezieht sich der am  Frankfurter 
Institut entwickelte Ansatz der Anthropologie des Medialen

(1.) auf eine Entwicklungslehre des Abstrakten, die N. ELIAS in seinem Essay 
„Über die Zeit“ einforderte, und die die Felder der Neurophysiologie, der Kognitionsforschung und der Erforschung der  (formalen, visuellen, abduktiven / 
deduktiven / induktiven) Logiken von Abstraktionssystemen berücksichtigt,  
(2.) auf eine hinreichend komplexe Methodik für die Erforschung der medialen 
(schriftlichen, bildlichen, akustischen, multisensorischen, multimedialen) 
Selbstbefähigungen des Menschen,  
(3.) auf die immer  detaillierter ausgelegten sozio-technischen Systeme, die 
längst nicht mehr mechanisch dominieren, keiner Archäologie zuzuordnen, 
sondern digital im Nano- oder Astrobereich präsent sind, und  
(4.) auf die  Mediamorphosis (R. FIDLER) kommunikativer Felder, kurzzeitiger 
Lokalisierungen und Regionalisierungen, ´flüchtiger´ kultureller Zusammenhänge, netzintegrierter Communities of Projects (M. FAßLER)  oder medialer 
„neuer Intelligenz“ (S. JOHNSON).   

Die mit diesen vier Feldern einhergehende Forschungsprogrammatik richtet sich an 
Fragestellungen des 21. Jahrhunderts aus. Sie muss selbstverständlich natur-, technik- und computerwissenschaftliche Forschungen integrieren. Der Rahmen, in dem 
dies geschieht und geschehen wird, ist:  Koevolutionäre Anthropologie."

Kommentare:

  1. Wichtig finde ich hier auch folgende Konklusion in dem Manifest: "Und es ist schlüssig anzunehmen, dass sich die individuellen, gruppenbezogenen, lokalen oder globalen Optionen lebenserhaltener Tätigkeiten und Organisationen (sprich: Familie, Gesellschaft, Kultur, Freundschaften, Arbeits- und Denkteilungen, Kooperationen) koevolutionär verändern."

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  2. "Das ´Ko´ steht daher für kollaborativ, kooperativ, konkurrenziell, koordinierend, kop-roduktiv; es ist ein synergetisches ´Ko´ im Sinne H. HAKEN." Kannst Du noch etwas ausführlicher oder anschaulicher auf den Begriff der Koevolution eingehen? Ich glaube Anschaulichkeit ist eine sehr wichtige Frage zum Verständnis dieses Ansatzes. Ich versuche das Manifest zu verarbeiten aber stosse oft auf Schwierigkeiten, daher meine erste Annahme einer Relation von Avantgarde und Koevolution.

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  3. werde ich noch tun, ausführlichst. Es ist nicht leicht seine Gedankengänge zu verstehen. (selbst) mir fällt das immer wieder nicht leicht.

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