Mittwoch, 12. September 2012

Die Wetterlage der Geschichte

Geschichte in jeder Form, ob Biographie oder die Geschichte der Menschheit, der Kultur, der Kunst oder der Musik ist komplex und nichtlinear. Sämtliche bisherigen Beschreibungen vernachlässigen diese wesentlichen Eigenschaften. Es werden Muster erkannt ähnlich wie beim Wetter, aber genaue Aussagen oder gar Vorhersagen sind nicht möglich, da das Gesamte komplexer ist mit all seinen Informationen, als wir erfassen können. Schon die geringsten Abweichungen der Ausgangsvariablen führen zu den größten und gegensätzlichsten Resultaten. Jede Aufzeichnung ist immer nur ein kleiner Ausschnitt aus allen möglichen Faktoren. Jedes Modell ist nur bis zur einer bestimmten Detailliertheit genau und läßt  den Rest durchs Raster fallen. Jede Verallgemeinerung ist genau das: Es werden Zusammenhänge ausgeblendet, die wir nicht erfassen, erkennen, verstehen oder interpretieren können. Wir erkennen klimabedingtes Wetter und Großwetterlagen, saisonale Veränderungen, aber nur weil wir hier Muster erkennen können oder erkennen zu glauben, da dies unserer linearen Perzeption unserer Umwelt entgegenkommt. Genauso ist es mit der Geschichte, die erst noch entdeckt werden müßte. Warum eine Epoche die andere ablöst, ein Stil den anderen, ist unklar und nicht mit simplen Terminologien wie Fortschritt und (logischer) Entwicklung zu beschreiben, geschweige denn zu verstehen. Immer ans Wetter denken: Wir wissen wie das Wetter ist, genau dann wenn es ist und immer nur dort wo wir sind. Leider wissen wir nicht: Warum und wie es woanders ist oder vorher war oder später sein wird. Das können wir nicht erkennen, wir benutzen Statistik und Induktion, tiefere Gründe sind uns noch nicht erschlossen. Also Geschichte ist wie Wetter, was eine schöne Metapher dafür ist, wie wir Geschichte umschreiben müssen.

Und weil es so schön ist, hier ein bißchen Wetter:

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