Mittwoch, 19. September 2012

COPs und infogene Lebenswirklichkeit

2011 verfasste ich aus dem Text "Communities of projects" (Manfred Faßler, 2006. In: Ch Reder (Hrsg.): Projekt Lesebuch, Wien, New York) dieses Schaubild:


Das Schaubild fasst die Dynamiken und Entwicklungen zusammen die Faßler gegenwärtig sieht: Ein Ende der Gesellschaftszeit und der Beginn einer Zeit der Communitites of projects (COPs). Es sind Projektgemeinschaften, die in virtuell-realen Orten ihre Heimat haben (künstliche Geosozialitäten), temporär festgelegt, durch Kompetenzen gesteuert werden. Näheres entnehmen man dem Schaubild.

2012 verfasste ich aus dem Buch "der infogene Mensch" (Manfred Faßler 2008, das Buch wurde hier bereits mehrfach zitiert) dieses Schaubild:


Es fasst sicherlich nicht das ganze Buch zusammen. Der Auftrag lautete hier wesentliche Argumente des Buches für das Konzept der infogenen Lebenswirklichkeit sichtbar zu machen. Es ist daher eher eine grobe Skizze. Zu dieser Thematik wird auf diesem Blog noch einiges an Text folgen, aber vielleicht kann dies hier als Appetithäppchen genutzt werden und Lust auf mehr machen.

Kommentare:

  1. Die Idee der Projektgemeinschaften hat das Potential der unstetigen dissipativen Musik(-kreation). Wenn Gesellschaft, als Monopol von monologischen Linearitäten, abgelöst wird, kann sich demnach auch Musik verändern (wird sich verändern).

    Musikproduktion/-Konsumtion steht demnach nicht mehr unter billigen Traditionen wie Aufführungspraxis, Stil, Epoche, etc. Sondern verweist auf die Modellhaftigkeit des Denkens eines jeden Einzelnen.

    Was mit Musik gemacht werden kann, kann nur jeder selbst machen. Die Erkenntnis eines Musikmodells (wir sagten bisher: das komponieren eines Stückes) ist kein linearer Prozess, der sich unter die Gesellschaftszeit ordnen lässt.

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  2. Damit verändert sich auch die Grosse Erzählung (Musik-/Kompositionsgeschichte), das Zurechtstutzende und Über-einen-Kamm-Scheren kann endlich wegfallen. Dann kann Haydn endlich Haydn sein, so wie Mozart Mozart und Beethoven muss auch nicht mehr in die Schachtel Wiener Klassik gepresst werden. Jeder kann seine eigenen kleinen Erzählungen und Traditionen herstellen.

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  3. JA!!!

    Was natürlich zur Folge hätte, dass man eine klare Absage an diese Traditionen etc. stellen müsste.

    Eine "Enzyklopädie der Klassik" wäre demnach nicht mehr möglich. Lediglich eine Anwendung eines Nutzers.

    Mir gefällt die Formulierung: Die Erkenntnis eines Musikmodells (wir sagten bisher: das komponieren eines Stückes)
    Ich denke das ist für uns noch weiter wichtig und ausbaufähig. Dazu werde ich dir mal das Buch der Neurobiologen mitbringen. :)

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